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Hannoversche Allgemeine Zeitung 17.Januar 2002
Sport / Regionalsport
Vereinsporträt: Tu Thân Kampfkunst

Sieger spielen keine Rolle

Tu-Thân ist eine besondere Kampfkunst. Das meinen jedenfalls alle, die sich darin üben. Ein wichtiger Unterschied zu anderen fernöstlichen Kampfsportarten wie Karate, Teakwondo oder Judo: Es gibt weder Gürtelprüfungen novh Wettkämpfe. "Unser Ziel ist, kontinuierlich gemäß den jeweils eigenen Möglichkeiten zu trainieren, nicht punktuell auf Teufel-komm-raus vorgegebene Ziele zu erreichen", sagt Karsten Fuchs, Vorsitzender dieses jungen Vereins. [Anm.: Karsten Fuchs ist Kassenwart] Wer in erster Linie sporadisch vor Turnieren aktiv ist, missachte häufig seine persönliche Leistungsfähigkeit und überfordere sich schnell. "Darin liegt eine große Verletzungsgefahr", sagt Fuchs. Solche Praktiken seien nicht vereinbar mit Tu-Thân - wörtlich übersetzt Tu = (an sich) arbeiten, Thân = im (eigenen) Körper. Und der Verein für kreative Bewegungskunst übersetzt den Begriff mit "sich verbessern", präziser, die eigenen körperlichen und geistigen Fähigkeiten auszubauen. Eigens entwickelt hat diese Kampfkunst in den siebziger Jahren der Vietnamese Nguyen Ngoc-Thach. Er hat Elemente aus verschiedenen Kampfsportdisziplinen aufgegriffen und für Tu-Thân umgearbeitet. Die Trainierenden üben nach einer ausgedehnten Aufwärmphase für Fitness und Koordination Abwehr- und Hebeltechniken mit Händen und Füßen, Abrollen sowie Grundlagen im Kampf mit Stock, Schwert oder Besenstiel. "Je nachdem, was gerade zur Verfügung steht, denn wir trainieren realitätsnah", erklärt Fuchs. Ein potenzieller Angreifer habe sicher kein Schwert, sondern eher einen Knüppel oder einen Gürtel in der Hand. Und auf dem Boden liegt im Ernstfall auch keine weiche Matte. Deshalb lernen die Teilnehmer im Tu-Than, sich selbst auf hartem Hallenboden beim Abrollen gut zu schützen. Wer diese Kampfkunst mit gesundheitsförderndem Anspruch kennen lernen will, kann einen Monat lang probehalber mitmachen. Und dabei feststellen, dass Tu-Thân nicht nur fit hält, sondern das Miteinander im Training auch Spaß macht. smv